Dorf - Chronik

  

Reizendes Dorf, umkränzt von himmelanstrebenden Bergen.

  

                                                                            Friedrich Aulenbacher

  

Historisches zu Vorderweidenthal in der Pfalz.

  

Aus der Entstehungszeit des Ortes Vorderweidenthal sind uns keine Quellen überliefert.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus demJahr 1313.

Daraus geht hervor, dass das Kloster Klingenmünster der Grundherr in Vorderweidenthal

Widental) war. Im Ort ist in späterer Zeit ein Frohnhof, ein Herrenhof, den ein

Lehnsmann des Klosters  bewirtschafte, nachzuweisen. Vorderweidenthal war schon

vor der Reformation Pfarrort. 1346 ging die Pfarrstellemit allen Rechten und Pflichten

an die Grafen von Leiningen über, welche die Herren auf  Burg Lindelbrunn waren.

Diese führten 1570 die lutherische Reformation ein. Das Dorf blieb biszum Einmarsch

der franzöischen Revolutionstruppen leiningisch.

Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Bevölkerung

durch Krieg und Seuchen stark dezimiert.

1801gingen die Gebiete der Leininger verloren und Vorderweidenthal kam mit der übrigen

linksrheinischen Pfalz zu Frankreich und lag nun im „ Departement du Mont Tonnerre “ .

Die feudalen Rechte wurden abgeschafft, aber die allgemeine Wehrpflicht eingeführt,

so dass auch Vorderweidenthaler an den  Feldzügen Napoleons teilnehmen mußten.

Nach der Niederlage Napoleons bei Waterloo kam die Pfalz und

damit auch Vorderweidenthal am 1. Mai 1816 zu Bayern.

Im Jahr 1710 erhielt der Ort seinen ersten festangestellten Lehrer.

Das alte Schulhaus wurde im Jahr 1819 von der Gemeinde aus

dem Besitz des Bürgers Simon erworben. Er baute dieses Haus um 1800.

1823 wurde der Gemeinde von der Königl. Regierung des Rheinkreises das Recht erteilt,

jährlich drei Viehmärkte abzuhalten.

Damit wurde das Dorf zum Ort bedeutender Viehmärkte.

Am 14. Juli 1901 beschließt der Gemeinderat die Anlage einer allgemeinen

Wasserversorgung für den Ort und am 10. Oktober 1920 den Anschluß an

das elektrische Stromnetz. Beim Beginn desZweiten Weltkrieges lag Vorderweidenthal

in der sogenannten “ Roten Zone “:

Die Bewohner wurden Anfang September 1939 nachOberfranken evakuiert.

Am Ende des Krieges als Vorderweidenthal von den Kriegsereignissen nicht verschont

blieb und der Krieg immer näher rückte, floh die Bevölkerung in deneinst als Lazarett

geplanten Stollen an der Straße zum Lindelbrunn, um dort mehrere Wochen auszuharren

bis zum Endedes Krieges.

Seit 1947 gehört Vorderweidenthal zum Bundesland Rheinland Pfalz und seit 1972

zur Verbandsgemeinde Bad Bergzabern im Landkreis Südliche Weinstraße.

Die Gemeinde hat 710 Einwohner und eine Gemarkung von 1012 ha.

Eingebettet in die wunderbare Wald- und Wiesen- Landschaft des Pfälzer Wasgau

lädt sie zur Entspannung, Wanderungen und zur Einkehr in ihre Gaststätten ein.

  

                                                                                                Lothar Wagner

  

Besonderes / Sehenswürdigkeiten

  

BurgruineLindelbrunn: Erstmals urkundlich erwähnt 1274, im Besitz der Grafen

von Leiningen, im 15. Jahrhundert Ganerbenburg, 1525 im Bauernkrieg

durch den Kolbenhaufen zerstört. Umfassender Rundblick:

er gehört unstreitig zu den schönsten der Pfalz.

  

Evang. Kirche: Ursprünglich eine St. Galluskirche. Frühgotisches Untergeschoss

des Turmes aus dem 13./14. Jahrhundert; das Langhaus wurde 1865 an

Stelle der alten Kirche gebaut. Spätgotisches Rippengewölbe mit

sternförmiger Figuration.

  

Kriegsgräberstätte für Gefallene des 2. Weltkrieges neben dem

Gemeindefriedhof Richtung Bergzabern gelegen.

  

Kletterfelsen: Der Rödelstein nordöstlich von Vorderweidenthal gelegen und

der Budelstein zwischen Vorderweidenthal und Busenberg gelegen.

  

Jüdischer Friedhof: Im 19. Jahrhundert waren ca. 12% der Bürger

Vorderweidenthals jüdischen Glaubens. Im Todesfall wurden diese mit den

verstorbenen Juden von Erlenbach, Busenberg und Dahn auf dem jüdischen

Friedhof von Busenberg beerdigt. An der Straße nach Busenberg gelegen.

  
  

Unvollständige Liste der Auswanderer aus Vorderweidenthal

im 19. und 20. Jahrhundert:

  

Acker, Michael mit Familie im Jahr 1833 nach Amerika;

Schneider,Friedrich mit Familie im Jahr 1833 nach Amerika;

Veiock, Michael mit Familie im Jahr 1840 nach Amerika;

Veiock, Conrad mit Familie im Jahr 1841 nach Amerika;

Stöbener, Jakob im Jahr 1880 nach Amerika;

Dahl, Wilhelm im Jahr 1880 nach Amerika;

  

sowie

  

Becker, Adam geb. am 11.06.1890 in Vorderweidenthal mit Ehefrau Anna

             geb. Schissler im Jahr 1918 nach Amerika;

Dahl, Ludwig geb. am 14.10.1869 in Vorderweidenthal mit Ehefrau Elisabeth

             geb. Helfer nach Jersey City/USA;

Heintz ,Heinrich geb. am 15.12.1846 in Vorderweidenthal, gestorben am

             20.09.1886 in San Antonio/Texas; ausgewandert 1870;

Helfer, Anna geb. am 19.06.1883 in Vorderweidenthal ausgewandert

              am 22.02. 1904 nach Jersey City/USA;

Helfer, Valentin geb. am 14.02.1887 in Vorderweidenthal ausgewandert nach

             Jersey City/USA am 14.09.1913;

Hertle, Barbara geb. am 06.02.1868 in Vorderweidenthal, verstorben in New York;

Friedly, Georg Jakob und Barbara geb. Daußmann;

Hoff, Wilhelm geb. am 22.03.1905 in Vorderweidenthal; ausgewandert

             nach Brooklyn, New York, am 24.11.1930;

Kuster, Albert geb. in Vorderweidenthal mit Luise geb. Helfer

             nach Jersey City/USA;

Pfanner,Friedrich ausgewandert nach Buffalo/USA

Puster, Philippine geb in Vorderweidenthal, ausgewandert vor 1900,

             gestorben in Jersey City/USA;

Schmitt, Richard geb. am 03.08.1932 in Vorderweidenthal

             nach Westfield, Mass., USA;

Stöbener, Willi geb um 1899 in Vorderweidenthal,

              Ingenieur nach Jersey City/USA;

Stöbener, Ludwig geb um 1895 in Vorderweidenthal,

              Kaufmann, mit Wihelmine geb Bisson nach New York/USA;

Walter, Berta geb. in Vorderweidenthal, gestorben 1938 in New York;